Der Magistrat hat die Fortführung der Planungen zur Sanierung des Deutschen Ledermuseums beschlossen. Grundlage ist der Siegerentwurf eines Architekturwettbewerbs, den die Büros Rustler Schriever Architekten und Levin Monsigny Landschaftsarchitekten geliefert haben. Die Stadtverordnetenversammlung wird am 12. Februar 2026 über die weitere Planung entscheiden.
Beschluss und weiterer Ablauf
Nach dem Magistratsbeschluss sollen die Siegerbüros das Wettbewerbsentwurfskonzept weiterführen und die detaillierten Planungsunterlagen erarbeiten. Über die endgültige Realisierung und die bauliche Umsetzung entscheidet die Stadtverordnetenversammlung in einem weiteren Beschluss, sobald die notwendigen Unterlagen vorliegen.
Kosten und Finanzierung
Für die Sanierung werden Investitionskosten in Höhe von 42,6 Millionen Euro veranschlagt. Die Stadt hat Fördermittel beim Bund und beim Land beantragt. Nach Angaben der Stadt stehen beim Bund 20 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung, deren Verlust durch Verzögerungen vermieden werden soll. Die Gespräche mit dem Land Hessen über einen finanziellen Beitrag laufen noch. Die städtischen Haushaltsmittel sind gedeckelt, ein hochglanzprojekt ist nach Darstellung der Stadt angesichts der finanziellen Möglichkeiten nicht vorgesehen.
Schwerpunkte der Sanierung
Geplant ist eine umfassende bauliche und inhaltliche Erneuerung des Museums. Im Fokus stehen eine energetische Sanierung des Gebäudes, bessere Barrierefreiheit und eine klarere Besucherführung. Auch Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit sollen über den gesamten Lebenszyklus berücksichtigt werden, um eine ressourcenschonende und energieeffiziente Lösung zu erreichen.
Nachhaltigkeitsziele und Zertifizierung
Der zuständige Dezernent für Planung und Bau, Paul Gerhard Weiß, erklärte, die Planungen würden auf einen ressourcenschonenden und energieeffizienten Betrieb ausgerichtet. Die Stadt strebe für das Projekt eine Zertifizierung nach dem System der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen an, um die angestrebten Nachhaltigkeitsziele systematisch zu prüfen und umzusetzen.
Bedeutung für die Stadt
Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke hob die kulturhistorische Bedeutung des Hauses hervor. Er verwies darauf, dass das Museum seit mehr als 100 Jahren besteht, international beachtet wird und für die Ledertradition der Stadt stehe. Schwenke erwartet, dass die Sanierung und die Neukonzeption des Museums sowie die Umgestaltung des vor dem Museum gelegenen Platzes des 8. Mai 1945 positive Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung haben werden.
Die jetzt beschlossenen Planungsschritte sollen sicherstellen, dass Zeitpläne eingehalten werden und beantragte Fördermittel nicht verloren gehen. Die genaue Umsetzung bleibt offen und hängt von den weiteren Planungen sowie den Entscheidungen der städtischen Gremien ab.
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