Donnerstag, 05.02.2026

Hanau aktualisiert Klimakonzept und peilt Treibhausgasneutralität der Stadt bis 2045 an

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Die Stadt Hanau hat ihr Integriertes Klimaschutzkonzept überarbeitet und einen Zeitplan für die Treibhausgasneutralität vorgelegt. Das Konzept erweitert das bisherige Ziel, die kommunale Verwaltung und städtische Betriebe bis 2040 klimaneutral zu betreiben, auf die gesamte Stadt bis zum Jahr 2045. Der Magistrat hat dem Papier zugestimmt. Die Stadtverordnetenversammlung berät öffentlich am Montag, 9. Februar, ab 17 Uhr über den Entwurf.

Kerninhalte der Fortschreibung

Das neue Konzept ist eine Fortschreibung des ersten Konzepts aus dem Jahr 2013 und basiert auf aktualisierten Daten sowie auf den seitdem umgesetzten Maßnahmen. Es orientiert sich an den Vorgaben des Bundesklimaschutzgesetzes und des Hessischen Klimagesetzes, die eine Netto Treibhausgasneutralität bis 2045 vorsehen. Zugleich wird ein früherer Beschluss von 2019, der die städtische Unternehmung möglichst bis 2040 klimaneutral stellen wollte, weitergeführt und auf die gesamte Kommune ausgeweitet.

Enthalten sind eine detaillierte Treibhausgasbilanzierung, die Analyse von Einsparpotenzialen und Ausbauoptionen für erneuerbare Energien sowie der Vergleich zweier Szenarien. In einem breiten Beteiligungsprozess wurden Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern erarbeitet und insgesamt 50 konkrete Maßnahmen benannt. Die Fortschreibung ist als dynamischer Prozess angelegt und soll regelmäßig überprüft und angepasst werden.

Maßnahmen, Monitoring und Verwaltung

Zu den bereits umgesetzten Schritten zählt die Stadt Beratungsangebote, der Ausbau erneuerbarer Energien auf städtischen Liegenschaften und die institutionelle Verankerung von Klimaaufgaben in der Verwaltung. Das neue Konzept sieht darüber hinaus ein Monitoring vor, das die Umsetzung systematisch verfolgen und transparent machen soll. Die Stadt bezeichnet das Papier als wissenschaftlich fundierten Fahrplan, der ambitioniert, aber an kommunalen Rahmenbedingungen ausgerichtet sei.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky erklärte, Klimaschutz sei eine konkrete Verantwortung im Hier und Jetzt und betreffe nahezu alle Bereiche von Bildung über Mobilität bis zur Wirtschaftsförderung. Die Verwaltung wolle dabei eine Vorbildfunktion einnehmen. Entscheidend sei, vermeidbare Emissionen zu reduzieren, den Energiebedarf zu senken und den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen.

Finanzielle Bedingungen und politische Abstimmung

Die Umsetzung der Maßnahmen hängt nach Angaben der Stadt von der Bereitstellung finanzieller Mittel und von künftigen Haushaltsbeschlüssen ab. Der Magistrat ist beauftragt, die Vorschläge bei der weiteren Mittel und Stellenplanung zu berücksichtigen. Damit bleibt offen, in welchem Tempo und mit welchem Umfang die einzelnen Maßnahmen realisiert werden können.

Nach dem Magistratsbeschluss folgt nun die politische Beratung. Sollte die Stadtverordnetenversammlung dem Konzept zustimmen, würde Hanau damit verbindliche Leitlinien für die nachhaltige Stadtentwicklung etablieren. Die Stadt verweist zugleich darauf, dass das Konzept regelmäßig fortgeschrieben wird, um neue gesetzliche Vorgaben und veränderte Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.

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