Sonntag, 11.01.2026

Hanau und Main Kinzig fordern Anteil am hessischen Krankenhaustransformationsfonds

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Zum Start der bundesweiten Umsetzung des Krankenhaustransformationsfonds haben der Hanauer Oberbürgermeister Dr. Maximilian Bieri und der Landrat des Main Kinzig Kreises, Thorsten Stolz, eine gerechte Verteilung der in Hessen zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 950 Millionen Euro gefordert. Sie verlangen, dass Fördergelder auch strukturelle und technische Investitionen an den Kliniken in Hanau sowie in Gelnhausen und Schlüchtern ermöglichen.

Worum es beim Transformationsfonds geht

Der Krankenhaustransformationsfonds wurde im Rahmen der Krankenhausreform eingerichtet und stellt bis 2035 Mittel für die Modernisierung der Krankenhauslandschaft bereit. Ziel ist es, bauliche Strukturen zu erneuern, digitale Infrastruktur auszubauen und sektorenübergreifende Versorgungsmodelle zu stärken. Für Hessen sind aktuell 950 Millionen Euro vorgesehen. Ein großer Teil dieser Summe stammt aus einem Sondervermögen des Bundes.

Konkrete Bedarfe in der Region

Bieri und Stolz nennen mehrere konkrete Vorhaben, für die sie Mittel aus dem Fonds erwarten. In Gelnhausen halten sie den Umbau der Notaufnahme für erforderlich, in Schlüchtern sehen sie Bedarf für den Aufbau einer geriatrischen Tagesklinik. Am Städtischen Klinikum Hanau werden unter anderem der Neubau einer Kreissaallandschaft und die Anschaffung großer medizinischer Geräte als vordringlich bezeichnet.

Argumente für eine dezentrale Verteilung

Die beiden Kommunalpolitiker sehen die Kliniken in ihrer Region als zentrale Versorgungsräume für große Teile Südosthessens. Sie warnen davor, dass sich Investitionsschwerpunkte vor allem in größeren Zentren wie Frankfurt oder Kassel konzentrieren. In diesem Zusammenhang begrüßen sie die Stellungnahme der Hessischen Krankenhausgesellschaft, die eine Weitergabe der Mittel in die Fläche unterstützt und gleichzeitig die einseitige Bereitstellung von 200 Millionen Euro für die Universitätsklinik Frankfurt kritisiert hat.

Kommunale Trägerschaft und Erwartungen an das Land

Bieri und Stolz bekennen sich zur kommunalen Trägerschaft der Kliniken und fordern, dass der Transformationsfonds diese Strukturen stärkt. Sie argumentieren, dass es sich bei einem Teil der Finanzierung um kommunal getragene Mittel handele und diese daher kommunalen Krankenhäusern zugutekommen müssten. Zudem verlangen sie eine zügige und unbürokratische Weitergabe der Mittel durch das Land Hessen, damit dringende Modernisierungen und neue Versorgungsangebote umgesetzt werden können.

Vor dem Hintergrund von Schließungen und Leistungseinschränkungen an anderen Standorten in der Region verweisen die Kommunalpolitiker auf die wachsende Versorgungsverantwortung der Main Kinzig Kliniken und des Klinikums Hanau. Abschließend appellieren sie an das Land Hessen, bei der Ausgestaltung der Mittelvergabe regionale Bedarfe und die Leistungsfähigkeit vor Ort angemessen zu berücksichtigen.

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