Dienstag, 10.02.2026

Hanau erhebt Grab der Puppenmuseum Gründerin Gertrud Rosemann zum Ehrengrab

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Die Stadt Hanau hat die Grabstätte der Museumsgründerin Gertrud Rosemann auf dem Hauptfriedhof als Ehrengrab anerkannt. Die Entscheidung folgt der städtischen Richtlinie zur Anerkennung von Ehrengräbern. Mit der Auszeichnung übernimmt die Stadt die Pflege und Unterhaltung der Grabstätte und begründet damit eine dauerhafte Würdigung ihres Lebenswerks.

Städtische Begründung

Oberbürgermeister Claus Kaminsky erklärte, mit der Ehrung werde eine Persönlichkeit gewürdigt, die Hanau als Kulturstadt, als Ort bürgerschaftlichen Engagements und als Zentrum internationaler Verständigung nachhaltig geprägt habe. Stadträtin Isabelle Hemsley betonte, Rosemann habe mit ihrem unermüdlichen Einsatz bleibende kulturelle Strukturen geschaffen und Menschen über Generationen hinweg verbunden. Die Stadt will mit der Anerkennung ihr Andenken lebendig halten.

Leben und Aufbau des Hessischen Puppenmuseums

Gertrud Rosemann wurde 1922 in Kettwig geboren und wuchs in Wuppertal auf. Nach dem Studium in Koblenz trat sie 1943 in den Schuldienst ein und war während des Krieges in Ostpreußen und Masuren tätig. 1945 schloss sie sich einem Flüchtlingstreck an und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach ihrer Freilassung 1948 kehrte sie nach Deutschland zurück und nahm 1949 ihre Arbeit als Lehrerin in Frankfurt am Main wieder auf. Bis zu ihrer Pensionierung 1985 blieb sie im Schuldienst tätig.

1983 gründete Rosemann das Hessische Puppenmuseum im Arkadenbau der historischen Kuranlagen Wilhelmsbad. Unter ihrer Leitung entwickelte sich das Haus zu einem wichtigen Ort kultureller Bildung und ehrenamtlichen Engagements. 1997 übergab sie die Museumsleitung an ihre Nachfolgerin beziehungsweise ihren Nachfolger. Bis dahin hatte sie nach Angaben des Hauses rund 66.700 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet und zahlreiche Publikationen zu Ausstellungen publiziert.

Internationale Vernetzung und Auszeichnungen

Über das Puppenmuseum kam 1989 der Kontakt zur japanischen Stadt Tottori zustande. Eine Ausstellung führte zur Gründung des Spielzeugmuseums Warabe kan in Tottori im Jahr 1995 und trug später zur offiziellen Städtepartnerschaft zwischen Hanau und Tottori im Jahr 2001 bei.

Für ihr Engagement erhielt Rosemann mehrere Auszeichnungen. Dazu zählen unter anderem der Kulturpreis des Main Kinzig Kreises, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die Goldene Ehrenplakette der Stadt Hanau, der Preis für die Freundschaft zwischen Deutschland und Japan der Robert Bosch Stiftung sowie ein japanischer Kaiserorden. Die Stadt Tottori verlieh ihr eine außerordentliche Ehrenbürgerurkunde, eine Auszeichnung, die zuvor vor allem an Politiker gegangen war. Gertrud Rosemann starb 2023 im Alter von 100 Jahren.

Mit der Entscheidung für ein Ehrengrab dokumentiert Hanau laut Rathausverwaltung eine bleibende öffentliche Anerkennung für Rosemanns Wirken im Bereich Kulturvermittlung und internationale Verständigung.

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