Dienstag, 17.03.2026

Erinnerung an die Zerstörung Hanaus vor 81 Jahren

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In den frühen Morgenstunden des 19. März 1945 wurde Hanau bei einem Angriff der britischen Royal Air Force innerhalb von rund zwanzig Minuten weitgehend ausgelöscht. Die historische Innenstadt ging in Trümmern unter, mehr als 2.000 Menschen kamen nach Angaben der Stadt ums Leben. Anlässlich des 81. Jahrestags erinnern Stadt und Kirchengemeinden am 19. März 2026 an die Opfer der Bombardierung und an die Folgen des Krieges für die Stadt.

Ablauf der Gedenkveranstaltungen

Das Programm beginnt traditionell um 4.20 Uhr mit einem gemeinsamen Glockenläuten der Marienkirche, der Stadtpfarrkirche Mariae Namen und der Wallonisch Niederländischen Kirche. Um 9 Uhr ist in der Stadtpfarrkirche Mariae Namen im Bangert eine Heilige Messe vorgesehen.

Die zentrale Gedenkveranstaltung findet um 16.30 Uhr auf dem Gedenkfeld des Hauptfriedhofs Hanau statt. Die Hanauer Stadtkapelle übernimmt die musikalische Begleitung, die Zeremonie endet mit einer Kranzniederlegung. Um 19 Uhr folgt in der Wallonisch Niederländischen Kirche der Abendgottesdienst Evensong Remembrance. Im Anschluss sind eine weitere Kranzniederlegung und ein Versöhnungsgebet am Mahnmal im Innenhof der Familienakademie der Kathinka Platzhoff Stiftung und der Wallonischen Ruine an der Französischen Allee geplant.

Begleitprogramm und Bildungsangebote

Das öffentliche Erinnerungsprogramm reicht über den Gedenktag hinaus. Vom 16. bis 21. März wird im Kulturforum die Bildschirmpräsentation Hanau 19. März 1945 gezeigt. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag jeweils zwischen 10 und 20 Uhr sowie am Samstag von 11 bis 18 Uhr. Am 18. März bietet eine Führung mit Martin Hoppe durch das Neustädter Rathaus zum Tag der Demokratiegeschichte Einsichten in die lokale Geschichte, Treffpunkt ist das Nationaldenkmal der Brüder Grimm. Im Anschluss werden der Film Hanau 1948 und der Farbfilm Hanau in Trümmern im Elisabeth Selbert Saal gezeigt.

Am 19. März arbeitet der Leiter der Städtischen Museen, Dr. Markus Häfner, mit Schülerinnen und Schülern der Otto Hahn Schule an einem Zeitzeugenprojekt zur Kriegszeit und Nachkriegszeit. Ebenfalls am 19. März ist um 19 Uhr in der Marienkirche ein Vortrag mit Gespräch von Prof. Dr. Lukas Ohly zur Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland mit dem Titel Welt in Unordnung: Gerechter Friede im Blick geplant. Am 22. März wird um 10.30 Uhr ein Festgottesdienst zur Aufnahme der evangelischen Stadtkirchengemeinde in die internationale Nagelkreuzgemeinschaft gefeiert.

Erinnerung als Auftrag

Oberbürgermeister Claus Kaminsky betonte, es dürfe nie wieder einen politischen Weg geben, an dessen Ende ein 19. März stehe. Mit den Veranstaltungen will die Stadt die Erinnerung an die Opfer wachhalten und die Auseinandersetzung mit den Folgen von Krieg und Gewaltherrschaft fortsetzen. Das Gedenken wird in Hanau als Ausdruck von Respekt und als Auftrag an die Gegenwart beschrieben.

Weiterführende Informationen zum Programm sind auf der städtischen Webseite www.hanau.de zu finden. Umfangreiche Materialien zum 19. März 1945 sind zudem auf der 2025 gestarteten Informationsseite www.20min-hanau.de verfügbar.

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