Freitag, 30.01.2026

Kontrollierte Sprengung in Hanau: 250 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe verursacht Sachschäden, keine Verletzten

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Im Hanauer Stadtteil Großauheim ist am Donnerstagmittag eine 250 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe kontrolliert gesprengt worden. Nach Angaben der Stadt konnte die ursprünglich am Dienstag gefundene Bombe nicht entschärft werden, weshalb der Kampfmittelräumdienst zur Sprengung entschied. Verletzte gab es nicht, in angrenzenden Straßen kam es jedoch zu Sachschäden.

Ablauf der Sprengung und Sicherheitsmaßnahmen

Die kontrollierte Detonation erfolgte um 12:02 Uhr. Zur Vermeidung größerer Schäden hatten Einsatzkräfte bereits im Vorfeld eine Schutzwand aus 15 Containern errichtet. Trotz dieser Vorsorge war die Druckwelle in Nachbarstraßen sichtbar und führte zu Beschädigungen an einigen Gebäuden. Zwei Statiker des Technischen Hilfswerks prüfen seit dem Nachmittag die strukturellen Folgen im Nahbereich der Sprengung.

Der Evakuierungsradius lag bei 1000 Metern und betraf rund 4500 Menschen. Die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner sollen nach der Rückkehr von Feuerwehr und der psychosozialen Notfallversorgung empfangen werden, damit eine erste Einschätzung der Schäden vorgenommen werden kann. Die Stadt hat zudem Einbruchsschutzmaßnahmen veranlasst; bestimmte Bereiche bleiben deshalb vorerst gesperrt.

Gefahrstoffprüfungen, Unterbringung und Kontaktangebot

Die Feuerwehr führt mit dem Gerätewagen GW Mess umfassende Messungen durch, um mögliche freigesetzte Gefahrstoffe auszuschließen. Nach derzeitigen Erkenntnissen gibt es keine Hinweise auf entsprechende Belastungen. Die Stadtspitze berät über mögliche Unterbringungsoptionen in städtischen Wohnungen, Objekten der Baugesellschaft Hanau oder in Hotels. Für Betroffene hat die Stadt ein Bürgertelefon geschaltet. Es ist heute bis 22 Uhr und am morgigen Freitag von 8 bis 18 Uhr unter der Nummer 06181 2950 2000 erreichbar.

Bombentyp und Verkehrsbeeinträchtigungen

Entgegen erster Annahmen handelte es sich nicht um eine Phosphor-Brandbombe. Von außen deutete vieles auf diese Bauart hin, das Füllmaterial erwies sich jedoch als abweichend. Die Experten stufen den Fund als manipulierte Sprengbombe ein, eine sogenannte Störbombe, die zunächst zu einer anderen taktischen Einordnung führte. Die Wirkung der Bombe hätte demnach auch bei dem zunächst vermuteten Typ zu ähnlichen Folgen geführt.

Wegen der Gefährdungslage waren umfangreiche Sperrungen im Straßen-, Bus-, Bahn- und Schiffsverkehr erforderlich. Unter anderem war die B43a zwischen Hanauer Kreuz und der Anschlussstelle Steinheim ab 9:30 Uhr betroffen. Nach der Sprengung konnten fast alle Bereiche wieder freigegeben werden, ausgenommen die Odenwaldbahn und das unmittelbare Umfeld der Fundstelle.

Einsatzbeteiligte und Schadensregulierung

Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadträtin Isabelle Hemsley betonten, dass das Wichtigste sei, dass alle Menschen unverletzt geblieben seien. Hemsley dankte den beteiligten Kräften und der Bevölkerung für das besonnene Verhalten und erklärte, die Stadt unterstütze Betroffene schnell und unbürokratisch.

An der Aktion waren zahlreiche Einheiten von Stadt, Land und überregionalen Organisationen beteiligt. Dazu zählen unter anderem die Feuerwehr, der Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen, das Technische Hilfswerk, Polizei, Rettungsdienste, Deutsche Bahn, die Hanauer Stadtverwaltung und verschiedene Hilfsorganisationen. Die Schadensregulierung soll über das Land Hessen erfolgen.

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