Donnerstag, 15.01.2026

Schafe auch im Winter auf der Weide: Maintaler Stadtschäfer setzt auf ganzjährige Beweidung

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Shoes on Menschen frieren, Schafe bleiben draußen. Die Tiere des Stadtschäfers David Myers weiden auch in den Wintermonaten auf den Streuobstwiesen bei Maintal. Ihre dichte Wolle, die innere Wärme durch den Pansen und regelmäßige Bewegung machen die Weidehaltung in der kalten Jahreszeit aus Sicht des Schäfers möglich und unproblematisch.

Kälteanpassung und Gesundheit

Schafe verfügen über eine isolierende Wollschicht, die Kälte abhält und Nässe weitgehend abweist. Bei gesunden Tieren stellt Frost daher in der Regel kein akutes Gesundheitsrisiko dar. Zusätzlich produziert die Verdauung im Pansen Wärme, die das Tier von innen unterstützt. Viele Weideschafe sind auf frische Nahrung und dauerhafte Bewegung ausgelegt, was die Verdauung im Winter aufrechterhält.

Haltungsform und behördliche Vorgaben

Myers praktiziert eine Wanderschäferei. Die Herde wechselt die Flächen alle zwei bis drei Tage, sodass die Tiere ständig in Bewegung sind. Nach Angaben des Schäfers und in Übereinstimmung mit den Vorgaben des Veterinäramts des Landkreises Main Kinzig ist in diesem Fall kein dauerhafter Unterstand erforderlich. Frische Luft und Bewegung gelten hier als förderlich für das Immunsystem und werden als vorteilhaft gegenüber dauerhafter Stallhaltung eingeschätzt.

Landschaftspflege und Klimafunktionen

Die ganzjährige Beweidung hat ökologische Effekte. Offen gehaltene Grünflächen binden Kohlenstoff und dienen als wichtiger Speicher für CO2. Zugleich verhindern regelmäßiges Begehen und Abgrasen, dass Streuobstwiesen verbuschen und ihren offenen Charakter verlieren. Ohne Pflege gingen typische Elemente dieser Kulturlandschaft verloren, ebenso wie Lebensräume für seltene Tier und Pflanzenarten.

Die Praxis des Stadtschäfers verbindet damit Tierhaltung, Landschaftspflege und Klimafunktionen. Welche Haltungsform in einem konkreten Fall angebracht ist, hängt jedoch von Gesundheitszustand, Witterung und lokalen Auflagen ab.

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