Der Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Hanau haben eine koordinierte Kontrolloffensive angekündigt, um Schwarzarbeit im Friseurhandwerk zu unterbinden. Noch vor dem Jahreswechsel sollen Schwerpunktkontrollen in Barbershops und Friseurbetrieben beginnen. Ziel ist es, unberechtigte handwerkliche Tätigkeiten und Lohndumping zu erkennen und zu ahnden.
Kontrollplan und Zuständigkeiten
Die Behörden haben vereinbart, über den Jahreswechsel hinaus ein abgestimmtes, mehrmonatiges Kontrollkonzept umzusetzen. Für das Hanauer Stadtgebiet ist ab dem 1. Januar 2026 die Stadt Hanau zuständig. Um Verdrängungseffekte zu vermeiden, soll der Einsatz in der Folgezeit gemeinsam mit dem Main-Kinzig-Kreis koordiniert werden.
Prüfbereiche und beteiligte Stellen
Die Ordnungsbehörden arbeiten bei den Kontrollen eng mit dem Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises sowie mit dem Zoll zusammen. Untersucht werden unter anderem Fragen der Hygiene, die Einhaltung sozialversicherungsrechtlicher Vorgaben und Hinweise auf illegale Beschäftigung oder unberechtigte Handwerksausübung.
Begründung und Reaktionen der Behörden
Die Verantwortlichen begründen die Aktion mit dem Schutz der handwerklichen Qualität und der Stärkung von Betrieben, die sich an gesetzliche Vorgaben halten. Die Hanauer Ordnungsdezernentin betonte, dass Schwarzarbeit Ausbildungsplätze gefährde und zu einem ruinösen Preiswettbewerb führe. Der Erste Kreisbeigeordnete des Main-Kinzig-Kreises wies darauf hin, dass illegale Beschäftigung auch das Gemeinwohl und die kommunalen Sozialkassen belaste und ein klares Signal für ehrliche Betriebe gesetzt werden solle.
Vorgeschichte und geplante Folgemaßnahmen
Bereits vor zwei Jahren hatten die Behörden im Kreis mehr als 260 Betriebe geprüft, mit Schwerpunkt auf Friseur- und Barbershops außerhalb der Stadt Hanau. Die aktuelle Initiative wird von den Verantwortlichen als Auftakt für weitere abgestimmte Aktionen gegen illegale Beschäftigung im Handwerksbereich beschrieben.
Die Kontrollen sollen nach Angaben der Behörden sowohl kurzfristig Verstöße aufdecken als auch langfristig einen fairen Wettbewerbsrahmen und sichere Arbeitsbedingungen fördern.
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