Der Kreis Groß-Gerau hat neue Einsatzfahrzeuge und Geräte im Wert von rund 1,8 Millionen Euro in Dienst gestellt. Die Anschaffungen sollen die Gefahrenabwehr vor Ort stärken und sind Teil einer Bedarfsplanung, die Kreisverwaltung, Kommunen und Hilfsorganisationen abgestimmt haben. Einige der neuen Einheiten sind in Rüsselsheim am Main stationiert.
Welche Ausrüstung neu hinzugekommen ist
Zum Umfang der Beschaffungen gehören ein Rettungsboot mit dem Namen Manta, zwei Tanklöschfahrzeuge für Waldbrandbekämpfung, mehrere Abrollbehälter mit großen Wassertanks, ein Wassertransportwagen sowie technische Führungsfahrzeuge für den Rettungsdienst. Das Rettungsboot steht in Rüsselsheim und ersetzt ein nur noch eingeschränkt einsatzfähiges Boot der DLRG Rüsselsheim. Die DLRG Rüsselsheim bildet gemeinsam mit den Ortsgruppen aus Raunheim und Kelsterbach den zweiten Wasserrettungszug des Kreises.
Die beiden Tanklöschfahrzeuge, die speziell für Wald und Vegetationsbrände konzipiert sind, haben ihre Standorte bei der Feuerwehr Biebesheim und bei der Feuerwehr Rüsselsheim Bauschheim. Die Abrollbehälter mit 10 000 Litern Fassungsvermögen sind in Mörfelden Walldorf und in Rüsselsheim stationiert. Ein Wassertransportwagen mit 15 000 Litern steht in Erfelden und wurde gemeinsam mit der Stadt Riedstadt finanziert.
Technische Fähigkeiten und Einsatzzwecke
Die neuen Fahrzeuge für die Vegetationsbrandbekämpfung sind hoch geländegängig und sollen Einsatzstellen erreichen, die ohne Straßen oder Wege liegen. Sie können durchfahrene Wasserstände von bis zu 1,20 Meter bewältigen, was sie auch für Hochwasserlagen einsetzbar macht. Neben Waldbränden sind denkbare Einsatzszenarien etwa Flugzeugabstürze oder Zugbrände auf freier Strecke. Die Abrollbehälter und der Wassertransportwagen dienen dazu, sofort Löschwasser bereitzustellen, bis eine stabile Wasserversorgung aufgebaut ist. Sie können außerdem bei Ausfall der Trinkwasserversorgung zur Versorgung der Bevölkerung genutzt werden.
Vorgeführt wurde bei der Übergabe auch der ferngesteuerte Löschroboter Wolf R1. Er ist für den Einsatz auf kontaminierten Flächen vorgesehen, etwa in Wäldern rund um den Flughafen Frankfurt, die Kampfmittelbelastungen aufweisen. Der Roboter kommt zudem dort zum Einsatz, wo es für Einsatzkräfte zu gefährlich wäre, etwa bei Bränden in Industrieanlagen mit Gefahrstoffen oder in ausgedehnten Tiefgaragenbränden. Wolf R1 ist bei der Feuerwehr Ginsheim Gustavsburg stationiert.
Organisation, Finanzierung und Einsatzleitung
Die Anschaffungen erfolgten nach Angaben der Kreisverwaltung vollständig oder anteilig durch den Kreis. Die beiden 10 000 Liter Abrollbehälter wurden komplett vom Kreis finanziert. Der Wassertransportwagen in Erfelden wurde im Rahmen einer Kostenaufteilung zwischen Riedstadt und dem Kreis beschafft. Insgesamt belaufen sich die Ausgaben auf etwa 1,8 Millionen Euro.
Auch die Führungsstrukturen wurden ergänzt. Ein neuer Einsatzleitwagen für den Rettungsdienst mit Schwerpunkt Sanitäts und Betreuung soll die mobile Führung bei Lagen mit vielen Verletzten verbessern. Zudem wurde ein Einsatzleitwagen für die Koordination von Bereitstellungsräumen an das örtliche Deutsche Rote Kreuz übergeben. Diese Fahrzeuge ersetzen nicht mehr einsatztaugliche Geräte und dienen der Organisation großer Rettungseinsätze.
Bei der Übergabe hießen Kreisbrandinspektor Friedrich Schmidt und sein Stellvertreter Andreas Möstl die Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen und Rettungskräfte willkommen. Landrat Thomas Will betonte die Notwendigkeit, für Katastrophenfälle gerüstet zu sein, gerade angesichts des Klimawandels. Er übernahm gemeinsam mit einer Vertreterin der DLRG die Taufe des neuen Rettungsboots.
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