Mittwoch, 29.04.2026

Google weitet Rechenzentrum in Hanau aus und kündigt Teil eines 5,5 Milliarden Euro Programms an

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Google hat die Erweiterung seines Rechenzentrums in Hanau offiziell gefeiert. Das Unternehmen bezeichnet den Ausbau als Teil eines Investitionsprogramms über 5,5 Milliarden Euro für die digitale Infrastruktur und Cloud Kapazität in Deutschland bis 2029. Das Rechenzentrum war im Oktober 2023 als erstes Cloud Rechenzentrum von Google in Deutschland eröffnet worden.

Erweiterung und strategischer Kontext

Die Erweiterung dient nach Angaben des Unternehmens dazu, der wachsenden Nachfrage nach Diensten rund um künstliche Intelligenz und Cloud Technologie gerecht zu werden. Google ordnet die Maßnahme in ein nationales Investmentprogramm ein, das bis 2029 die Ausbaumaßnahmen und Kapazitäten für seine digitale Infrastruktur in Deutschland stärken soll.

Wirtschaftliche Auswirkungen vor Ort

Google nennt konkrete Effekte für die Region. Für Bau und Betrieb des Standorts arbeitet das Unternehmen mit 44 deutschen Zulieferern zusammen, davon 16 aus dem Bundesland Hessen. Für den Betrieb des gesamten Campus sollen mindestens 100 direkte Arbeitsplätze vor Ort entstehen. Ferner schätzt Google, dass der Standort bis 2029 jährlich rund 909 Millionen Euro zur hessischen Wirtschaftsleistung beitragen wird, inklusive eines durchschnittlichen jährlichen Arbeitseinkommens von etwa 450 Millionen Euro. Insgesamt nennt Google für seine digitale Infrastruktur in Deutschland eine Größenordnung von rund 9.000 gesicherten Arbeitsplätzen pro Jahr bis 2029.

Bildung und lokale Angebote

Google betont, dass die Präsenz in Hanau mit lokalen Bildungsangeboten verbunden ist. Bereits gestartete Projekte umfassen die KaTHINKas Initiative in Kooperation mit der Kathinka Platzhoff Stiftung an der Ludwig Geißler Schule, in der Kinder und Jugendliche zu Themen wie künstliche Intelligenz, 3D Druck und Robotik experimentieren. Ein Team aus Hanau wurde laut Mitteilung beim Jugend forscht Wettbewerb ausgezeichnet und zu einer Präsentation in die hessische Landesvertretung in Brüssel eingeladen.

Weitere Angebote sind ein Rapid Prototyping Lab an der Brüder Grimm Berufsakademie Hanau, das Studierenden Werkzeuge wie 3D Drucker, Laserschneider und CNC Fräsen zur Verfügung stellt, sowie die Ausstattung der Kaufmännischen Schule Hanau mit rund 600 Tablets für KI gestütztes Lernen. Zudem hat Google gemeinsam mit der Code School Hanau Lehrkräfte fortgebildet, um Programmierung in den Unterricht zu integrieren. Das Lernzentrum für digitale Kompetenzen im Erwachsenenbildungszentrum Hanau, die VHS Lounge im Foyer des Rathauses, bietet offen zugängliche Angebote für alle Altersgruppen. Google kündigte an, die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wie der Martin Luther Stiftung Hanau und dem Hanau Marketing Verein auszuweiten.

Stimmen aus Politik und Wirtschaft

Hanauer Vertreter und Landespolitiker hoben die Bedeutung der Investition hervor. Claus Kaminsky, Oberbürgermeister von Hanau, sagte, die Stadt habe mit ihrer Strategie für Rechenzentren ein Signal gesendet und bezeichnete die Entwicklung als Schritt in die richtige Richtung. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation, bezeichnete Hessen als führenden Standort für Rechenzentren in Kontinentaleuropa und sprach von der Bedeutung der Infrastruktur für Wachstum, Innovation und Beschäftigung.

Aus Sicht von Google betonte Sabine Frank, Leiterin Regierungsbeziehungen und Public Policy DACH, die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Stadt und lokalen Partnern. Sie sagte, Google wolle in Hanau nicht nur in sichere und nachhaltige Infrastruktur investieren, sondern auch die lokale Gemeinschaft stärken.

Die Angaben zur wirtschaftlichen Wirkung beruhen auf den Projektionen von Google. Unabhängige Prüfungen oder zusätzliche Stellungnahmen von kommunalen Wirtschaftsförderern und regionalen Experten lagen zum Zeitpunkt der Meldung nicht vor.

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